Neujahrsvorsätze funktionieren nicht

Zumindest nicht ohne die richtige Vorbereitung, die neuen Denkmuster und die notwendige(n) Verhaltensanpassung(en). Führungskräfte sind es gewohnt, schnell zu entscheiden, den Kurs bei Bedarf zu korrigieren und noch mehr zu leisten. Im beruflichen Alltag gelingt uns das oft mit beeindruckender Selbstverständlichkeit.

Interessanterweise tun wir uns gerade dann, wenn es um uns selbst geht, deutlich schwerer.

Der Jahresbeginn ist dafür ein Paradebeispiel.

Während die Welt im Jänner in einen kollektiven Aktionismus verfällt, neue Routinen startet und To-Do-Listen schreibt, fühlen sich viele Führungskräfte innerlich eher erschöpft, unsicher oder überfordert. Sie spüren intuitiv: „Ich müsste etwas verändern, aber ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll.“ Und genau hier liegt das Problem.

Die meisten starten das Jahr mit einer Liste statt mit einem klaren Bewusstsein. Sie setzen Ziele, ohne vorher herauszufinden, ob diese Ziele überhaupt zu ihren Werten, Kapazitäten und ihrer aktuellen Lebensrealität passen. Und sie erwarten Veränderung, ohne den Status Quo vollumfänglich zu kennen.

Deshalb teile ich in diesem Blog meine persönliche Strategie, wie ein Veränderungsprozess aka ein „Glow Up“ tatsächlich funktionieren kann. Eine Strategie, die nicht nur strukturiert ist, sondern maximal wirksam.

  1. Bevor du wachsen kannst, musst du ernstnehmen, wo du stehst.

Stell dir vor, du würdest mit deinem Team ein Jahresziel definieren, ohne Ist-Analyse, ohne Rückblick, ohne Verständnis für Ressourcen oder Engpässe. Völlig unvorstellbar, oder? Doch genau das machen wir bei unserer persönlichen Jahresplanung viel zu oft.

Deshalb beginnen wir in meiner Strategie bewusst anders.

Nimm dir 20 Minuten Zeit, einen Zettel oder ein Notizbuch und beantworte ehrlich – wirklich ehrlich – die folgenden Fragen:

  • In welchen Lebensbereichen bin ich aktuell 10/10 zufrieden – und warum?

Erfolg wird sichtbar, wenn wir ihn benennen. Stärke wächst, wenn wir sie anerkennen. It‘s that easy.

  • In welchen Bereichen bin ich unzufrieden?

Besonders hier ist radikale Ehrlichkeit wichtig. Nur wenn wir offen zugeben können, wo es nicht so gut läuft, können wir auch etwas daran verändern.

  • Welche Gewohnheiten sabotieren mich immer wieder?

Ungesunde Routinen kosten uns oft mehr Energie als jede berufliche Herausforderung.

  • Wie spreche ich mit mir, wenn etwas nicht gelingt?

Dein innerer Dialog bestimmt, wie viel Mut du dir erlaubst, wie du mit anderen sprichst und mit welchem Grundgefühl du durch das Leben gehst.

  • Worauf war ich im letzten Jahr wirklich stolz? Was sagt das über meine Werte und Prioritäten aus?
  • Was kann ich besonders gut – und setze ich diese Stärken bewusst ein?

Diese Fragen sind der Ausgangspunkt für deinen Veränderungsprozess. Und niemand kann sich bewusst weiterentwickeln, ohne den eigenen Startpunkt zu kennen.

  1. Deine beste Version existiert bereits. Du musst nur lernen, sie zu verkörpern.

Manifestation wird vor allem in klassischen Leadership-Kontexten oft belächelt. Dabei ist die Visualisierung ein hochwirksames psychologisches Werkzeug. Die Neurowissenschaft bestätigt seit Jahren, dass unser Gehirn nicht zwischen Vorstellung und tatsächlicher Erfahrung unterscheidet. Trotzdem funktioniert Manifestation nicht über Sofakissen und Hope-Mode. Sie funktioniert über Klarheit in deiner Vision und natürlich Durchhaltevermögen.

Ich lade dich zu einer Übung ein, die ich allen meinen Coachees zum Jahresstart gebe:

Stell dir vor, du wachst am 1. Jänner 20XX auf. Du fühlst dich aufrichtig erfüllt. Du bist angekommen. Du bist stolz auf die Version von dir, die du geworden bist. Wer bist du in dieser Version?

Nicht: Was hast du erreicht?

Sondern: Wer bist du geworden?

Wie fühlst du dich? Wie triffst du Entscheidungen? Wie führst du? Wie sprichst du mit dir? Welche Grenzen setzt du? Wie sorgst du für dich?

Dieses Bewusstsein ist der Unterschied zwischen „Ich wünsche mir etwas.“ und „Ich werde zu dieser Person.“. Als Unterstützung empfehle ich dir ein Visionboard als konzentrierte Darstellung deiner Ausrichtung. Platziere es sichtbar und frage dich mehrfach täglich:

  • Wie würde die beste Version von mir jetzt handeln?

Denn das Geheimnis des Manifestierens ist nicht, dass Wünsche wahr werden. Das Geheimnis ist, dass wir zu der Person werden, die sich ihre Wünsche erfüllt.

Christina_Wirl_FührungsKraft_Coaching_gmunden_selbstfuehrung_vorsaetze
Mit ein paar einfachen hacks die beste Version von uns selbst werden? I am in!
  1. Ziele ohne Struktur sind Wünsche, die nur mit Glück eintreten werden

Viele Menschen setzen sich Anfang des Jahres Ziele, die zu groß, zu unspezifisch oder zu unverbunden mit der eigenen Lebenssituation sind. Das machen wir anders und zwar mit der Kombination zweier effektiver Methoden:

✅ Die SMART-Methode

Ein Ziel muss:

  • spezifisch
  • messbar
  • attraktiv
  • realistisch
  • terminiert sein.

✅ Die WOOP-Methode (wish – outcome – obstacle – plan)

Sie zwingt dich, dich deinen Hindernissen nicht nur zu stellen, sondern sie bereits zu antizipieren. Denn Probleme verlieren an Macht, sobald du weißt, wie du mit ihnen umgehen wirst.

  • Was ist mein konkretestes Ziel 2026? (W)
  • Wie fühle ich mich in dieser Vision? (O)
  • Welche Hindernisse könnten auftreten? (O)
  • Wie reagiere ich auf jedes einzelne davon? (P)

Die Verknüpfung von SMART und WOOP ist eines der wirksamsten Tools, um Ziele tatsächlich zu erreichen. (vielleicht sogar das wirksamste)

  1. Zeit ist nicht das Thema – Energie ist es

Wenn ich Führungskräfte nach ihrem größten struggle frage, ist die Antwort fast immer dieselbe: „Ich habe zu wenig Zeit.“ Aber die Wahrheit ist, du hast genug Zeit. Du hast zu wenig Energie. Zeit vergeht linear. Energie bewegt sich zyklisch und sie braucht Pausen, Grenzen, Fokus und Erholung.

Die Frage muss daher lauten: Wo verliere ich Energie, die ich behalten könnte?

Beobachte eine Woche lang:

  • Wer oder was kostet dich disproportional Kraft?
  • Welche Aufgaben laugen dich aus, obwohl sie eigentlich delegiert werden könnten?
  • Welche Meetings könntest du verkürzen oder gar eliminieren?
  • Wo kompensierst du Perfektion mit Erschöpfung?

Und dann plane nicht mehr deine Zeit und plane stattdessen deine Energie.

Ich arbeite dafür mit der More is Less-Methode: 3–5 To-Dos pro Tag, Pufferzeiten, private Termine genauso verpflichtend wie berufliche, präventive Pausen usw.

Plötzlich ist da mehr Fokus, mehr Gelassenheit, mehr Output und vor allem mehr Lebensqualität.

Dein bestes Jahr hängt somit von deiner Selbstführung und nicht von Vorsätzen ab. Vielleicht ist dir beim Lesen dieses Blogs klar geworden:

Wenn du

✅ deinen Startpunkt kennst,

✅ deine beste Version klar visualisiert,

✅ deine Ziele strukturiert planst und

✅ deine Energie bewusst einsetzt,

dann wird 2026 nicht einfach nur ein „gutes Jahr“.

Es wird dein best year yet.

Und genau das wünsche ich dir – nicht nur für dieses Jahr, sondern für jedes Jahr, das kommt.

Wenn du möchtest, unterstütze ich dich auf diesem Weg.

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