Neue Routinen entwickeln, die bleiben

Eine Vielzahl an Führungskräften scheitert nicht an ihren Zielen, sondern an den Routinen, die sie dafür bräuchten. Vielleicht kennst du das: Du startest motiviert, hast ein großes Ziel vor Augen – doch spätestens nach zwei Wochen gewinnt der Alltag. Die Routine bricht weg, bevor sie überhaupt zur Routine wurde, die Motivation sinkt und du hinterfragst dich selbst.

„Warum halte ich das nicht durch? Was stimmt nicht mit mir?“

Die Antwort lautet: Gar nichts. Routinen scheitern nicht, weil du unfähig bist. Sie scheitern, weil sie falsch designed sind. In diesem Blog zeige ich dir deshalb, wie du Routinen entwickelst, die nicht nur alltagstauglich sind, sondern deine Identität als erfolgreiche und vor allem umsetzungsstarke Führungskraft untermauern.

  1. Routinen scheitern, weil sie in der falschen Zone liegen

Wenn du versuchst, eine völlig neue, anspruchsvolle Routine in dein bereits vollgepacktes Leben zu pressen, landest du automatisch in der Panikzone: zu groß, zu weit entfernt von deinem Alltag, zu überfordernd.

Das Komfortzonenmodell erklärt es perfekt:

Komfortzone: angenehm, vertraut, aber kein Wachstum

Lernzone: fordernd, machbar, realistisch

Panikzone: überfordernd, führt zum Abbruch

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In welcher Zone liegen deine Ziele für 2026?

Die meisten neuen Routinen werden in der Panikzone formuliert: „Ab morgen mache ich eine Stunde Morgenroutine mit Meditation, Journaling, Workout und mindestens ein Kapitel lese ich auch noch.“ Klingt in der Theorie toll, ist aber in der Realität nicht umsetzbar. Zumindest nicht langfristig.

Die Frage, die du dir stattdessen stellen solltest: „Wenn ich diese Routine 30 Tage lang machen müsste – wäre das möglich?“ Wenn die Antwort irgendwo zwischen „ja“ und „hmm… vielleicht“ liegt, ist es perfekt.

Ich nenne das die 70%-Regel: Eine gute Routine fühlt sich zu etwa 70% machbar an und zu 30% herausfordernd. Wir streben oft nach 100% Perfektion und machen uns einen so großen Druck, dass wir schlussendlich 0% umsetzen. Routinen, die langfristig für uns funktionieren, entstehen bei 70%. Das führt mich auch gleich zum nächsten Punkt…

  1. Finde DEINE Routine, nicht die „perfekte“

Eine Routine ist nur dann nachhaltig, wenn sie zu deiner Realität passt:

  • zu deinem Job
  • zu deinem Energielevel
  • zu deinen unterschiedlichen Lebensrollen
  • zu deinen Zielen
  • und vor allem zu deiner Persönlichkeit

Viele Führungskräfte übernehmen Routinen aus Podcasts, von Pinterest oder von TikTok und wundern sich dann, warum sie nicht funktionieren. Das Problem bist nicht DU. Das Problem ist der mismatch zwischen deinem echten Leben und dem idealisierten Bild deiner „perfekten Routine“. Die Frage „Wenn ich schon die beste Version von mir wäre – wie würde meine Woche aussehen?“ kann dabei helfen, den Fokus zu verschieben. Hin zu du baust nicht einfach eine Routine, du baust eine Identität. Und die Routine ist nur der sichtbare Beweis dafür.

Damit deine Routine funktioniert, muss sie drei Kriterien erfüllen:

  • umsetzbar – realistisch in deinem Alltag
  • sinnvoll – verbunden mit deinem Ziel
  • entwicklungsorientiert – sie bringt dich weiter 

Aligned, but you sozusagen.

  1. Diese 4 Routinen machen mich persönlich erfolgreich

In diesem Abschnitt teile ich mit dir vier Routinen, die für mich seit Jahren hervorragend funktionieren und mich zur besten Version meiner Selbst machen. Gleich vorweg: Es geht keinesfalls darum, meine vier Routinen blind zu übernehmen. Vielmehr möchte ich dich inspirieren und dir vor allem vier Kategorien vorstellen, die es dir im Optimalfall vereinfachen, DEINE neue(n) Routine(n) zu bauen.

Nr. 1 stabilizing

Ein stabiler Morgen bedeutet für mich eine bewusste Ausrichtung jeden Tag aufs Neue.

Wie sieht meine morning routine aus? Meditation, breathwork, Yoga, warmes Frühstück, Skincare und erst dann Start in die Arbeit.

Nr. 2 energizing

Ich ziehe unfassbar viel Energie aus täglicher Bewegung. Wie sieht meine Routine in diesem Bereich daher aus? 10.000 Schritte und Yoga täglich, Pilates 3x pro Woche, Krafttraining 2x pro Woche. Je nach Lust und Laune kommen noch Wandern, Tennis, SUP, Tanzen uvm. dazu.

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Unsere Routinen können uns zur besten Version machen – oder eben nicht.

Nr. 3 growing

Als Führungskraft hört Wachstum nie auf. Und auch einer meiner wichtigsten Werte ist lebenslanges Lernen. Was gehört für mich dazu? Tägliches Lesen, Meditation am Abend, wöchentliche Reflexion, monatliche Ziel-Checks, quartalsweise Businessentwicklung.

Nr. 4 decluttering

Bestimmt hast du schon einmal gehört „Chaos im außen sorgt für Chaos im innen.“. Chaos kostet demnach mehr Energie als jede Aufgabe. Wie sorge ich regelmäßig für Ordnung? Zero Inbox, tägliches Aufräumen des living space, klare Wochenstruktur, Haushaltsroutinen, Digital Detox 30 Minuten vor dem Schlafen.

Wie schon gesagt: Kategorien sind keine Pflicht, dennoch sie helfen dir, nicht zu überladen zu starten. Wähle am besten jetzt gleich eine Kategorie, die dir fehlt. Und dann definiere eine einzige Routine, die dich deinem Ziel näher bringt.

  1. So machst du jede Routine 10x leichter

Neue Routinen scheitern nicht an mangelnder Disziplin, sie scheitern an schlechtem Design. Deshalb habe ich zum Abschluss die vier effektivsten hacks aus meiner Routine-Mastery-Arbeit vorbereitet:

Hack 1: mach es sichtbar

Alles, was sichtbarer ist, wird eher getan. Der Grund: dein Gehirn liebt Abkürzungen.

  • Sportkleidung bereitgelegt
  • Trinkflasche sichtbar
  • gesunde Lebensmittel eingekauft
  • Kalender vorbereitet
  • Tools automatisiert

Friktion reduzieren = Erfolg erhöhen.

Hack 2: habit stacking

  • Stretching beim Kaffee Machen
  • Podcast beim Spazieren
  • Skincare beim E-Mails-Lesen
  • Reflexion jeden Sonntag beim Frühstück

Du brauchst nicht mehr Zeit – du nutzt vorhandene Zeit smarter.

Hack 3: tägliche reminder

Neuroplastizität funktioniert durch Wiederholung. Du musst deinem Gehirn beibringen, wer du wirst. Post-its, Handyhintergrund, Weckmusik, Kalender-Reminder – kleine Hinweise, große Wirkung.

Der wohl wichtigste (neue) Gedanke für dich: „Ich bin ein Mensch, der sich selbst priorisiert.“

Hack 4: kleine Schritte, große Wirkung

Eine Routine ist nur schwer, wenn sie zu groß designed wurde. 10 kleine Schritte werden eher umgesetzt als ein großer. Konstanz schlägt Intensität. Immer.

Routinen sind nicht dafür da, perfekt zu sein. Sie können dein Werkzeug sein, das dir hilft, klarer, stabiler, energievoller und fokussierter zu leben. Oder kurz gesagt:

Routinen machen dich zu der Version, die du sein möchtest.

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